Aufwertung Trockenstandort Schulhaus Gfenn, Dübendorf

Förderprojekt vom Verein Artenförderung Schweiz und der SWO für gefährdete Wildbienen & Co. der Trockenstandorte im Kanton Zürich

Das kommunale Naturschutzgebiet Schulhaus Gfenn liegt am Rand der Stadt Dübendorf, auf der Südseite einer Moräne. In den vergangenen Jahrzehnten wurden zwischen der Bahnlinie und dem Schulgebäude stetig neue Trockenwiesen und weitere Kleinstrukturen angelegt und gepflegt.
Im obersten Bereich besteht ein Hochstamm-Obstgarten, der bisher in der Unternutzung mit Schafen beweidet wurde. Per Ende Dezember 2020 sind die Pachtverträge zwischen der Stadt und dem Schafhalter aber abgelaufen. Die Verträge wurden nicht erneuert und das gesamte Areal wird nun durch die SWO bewirtschaftet.

Dadurch ist die Möglichkeit entstanden, weitere Aufwertungsmassnahmen im Gebiet umzusetzen. Der Obstgarten sollte weiterhin in seiner Ausdehnung erhalten bleiben. im Bereich der südöstlichen Böschung bestand aber noch eine Fläche mit Potential für die Erweiterung und Aufwertung von trockenen Wiesen und Krautsäumen. Die Exposition und Neigung versprachen eine günstige Ausgangslage. Durch die intensive Nutzung in der Vergangenheit war die Vegetation aber sehr artenarm und von typischen Arten der Talfettweiden wie Schafgarbe, Weissklee, Löwenzahn und Scharfem Hahnenfuss dominiert. Aufgrund der langjährigen Beweidung war der Oberboden entsprechend mit Nährstoffen versorgt. Daher war eine Verbesserung der Situation durch regelmässiges mähen und abführen des Schnittgutes auch über eine sehr lange Zeit nicht in ausreichendem Masse zu erwarten.

Die SWO konnte nun gemeinsam mit dem Verein Artenförderung Schweiz und der Stadt Dübendorf im Sommer 2023 Teile der ehemaligen Schafweide aufwerten. Ziel war dabei die Schaffung eines artenreichen Trockenstandorts. Als Zielvegetation wird ein Halbtrockenrasen im Verbund mit niederwüchsigen Pflanzen trockener Ruderalfluren und Krautsäume angestrebt. Diese können allerdings nur gedeihen,

weil der nährstoffreichere Oberboden bis auf den anstehenden Rohboden abgezogen wurde. Weiter konnten vernetzt mit den bestehenden Trockenwiesen und Steinriegeln neue Sand- und Steinstrukturen angelegt werden. Diese dienen gefährdeten Trockenwiesenschnecken, welche als Zielarten angesiedelt werden, Rückzugsmöglichkeit. Bei sommerlicher Hitze sowie bei Frost im Winter vergraben sich einige Trockenwiesenschnecken-Arten im lockeren Untergrund oder unter Steinen. Die verlassenen Häuschen können dann gewissen Wildbienen-Arten oder Leuchtkäfern als Nistplatz dienen. Die umgesetzten Massnahmen sind natürlich auch für die bereits im Gebiet vorkommenden Zauneidechsen, Schmetterlinge und Käfer etc. förderlich.

Da die Grösse des Eingriffes ein Baugesuch mit ordentliche Baubewilligung durch den Kanton erforderte, hat sich die Planung und Organisation der Arbeiten über mehr als zwei Jahre erstreckt. In Zusammenarbeit mit den kommunalen und kantonalen Ämtern konnten alle Auflagen, Meldeblätter und Formulare bezüglich Bodenschutz, Geländeveränderung, Archäologie, Baustelleninstallation, Nachbarschaftsrecht, Arbeitsrecht etc. bis zur Baufreigabe abgearbeitet werden.

Bei der Umsetzung der Erdarbeiten und Neuanlage der Kleinstrukturen wurde die SWO durch einen Lastwagenunternehmer sowie einen lokalen Landwirt unterstützt. Die Feinmodellierung der Kleinstrukturen sowie die Begrünung der abgeschürften Flächen mittels Schnittgutübertragung und Initialbepflanzung wurde mit Zivildienstleistenden erstellt.

Die Erstellungs- und Folgepflege der Aufwertung ist langfristig gesichert. Die SWO bewirtschaftet die Flächen im Rahmen von langjährigen Pflegeverträgen mit der Stadt Dübendorf, die nun entsprechend angepasst werden müssen.

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Lukas Geser
Projekt- und Einsatzleiter Zivildienst