Biodiversität und solidarische Landwirtschaft im Siedlungsraum

Die SWO hat im Rahmen des Projekts „Biodiversität und solidarische Landwirtschaft im Siedlungsraum“ gemeinsam mit dem Verein Plankton ein Fundraising initiiert und erfolgreich Fördermittel von der Sophie und Karl Binding Stiftung erhalten. Im Zuge dieses Projekts wurden unter anderem öffentliche Workshops durchgeführt sowie fachliche Kurzinputs zum Nutzen und Mehrwert ökologischer Kleinstrukturen vermittelt. Ziel war es, praxisnah Wissen weiterzugeben, nachhaltige Lebensräume für verschiedene Tierarten zu schaffen und ein Vorgehen aufzuzeigen, das einfach reproduzierbar ist.

Aktionstage im Jahr 2023:

Im Jahr 2023 wurden auf der Fläche am Hutzlenweg in Riehen drei neue Strukturen errichtet.

  • Ein Asthaufen und ein Steinhaufen wurden im Rahmen der Klimaschule mit einer Schulklasse des Wirtschaftsgymnasiums Basel gebaut.
  • Eine kombinierte Struktur entstand im Spätherbst während eines öffentlich ausgeschriebenen Workshops mit interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmenden.

Vorbereitende Arbeiten

Zunächst wurde der Oberboden abgetragen, um das schnelle Zuwachsen der Strukturen zu verhindern und eine gute Besonnung zu fördern. Der Abtrag trägt zudem dazu bei, dass der Boden magerer bleibt und schnell wuchernde Pflanzen wie Brombeeren sich weniger stark ausbreiten. Anschließend wurde die entstandene Grube mit Sand aufgefüllt, welcher verschiedenen Wildbienenarten als Nistplatz dient, eine Funktion als Drainnage hat und zugleich Sauberkeitsstreifen ist, um das Mähen rund um die Strukturen zu erleichtern.

Bau der Strukturen

  • Totholzhaufen (Wieselburg): Der Asthaufen wurde bis zu einer Höhe von 1,5 bis 2 Metern aufgeschichtet. Diese Dimension sorgt dafür, dass die Struktur frostsicher ist – ein wichtiger Faktor für das Überleben von Bewohnern wie Igeln oder Blindschleichen.
  • Steinhaufen: Beim Bau des Steinhaufens wurde ebenfalls organisches Material wie Altgras und Laub integriert, um eine zusätzliche Isolierung zu bieten und die Wärmespeicherung zu fördern.
  • Kombinierte Struktur: Eine kombinierte Struktur aus Sand, Steinen und Totholz schafft eine Vielzahl von Mikroklimazonen, die verschiedenen Tiergruppen wie Insekten, Amphibien und Kleinsäugern zugutekommen.

Geschaffener Mehrwert:

Durch die Kombination verschiedener Materialien entstehen unterschiedliche Mikroklimate, die eine größere Artenvielfalt fördern. Eidechsen nutzen beispielsweise am Morgen Holz, da es sich schneller erwärmt, während Steine am Nachmittag noch länger Wärme abstrahlen. Dadurch werden vielfältige Lebensräume für unterschiedliche Tierarten geschaffen.

Der Bau von Kleinstrukturen am Rand landwirtschaftlicher Flächen bietet wertvolle ökologische Vorteile. Sie schaffen Rückzugsorte für Nützlinge wie Wildbienen, Igel und Vögel, die zur natürlichen Schädlingsregulierung beitragen.

Durch die gezielte Platzierung solcher Strukturen wird die Landschaft vernetzt und es entstehen wichtige Trittsteinbiotope. Asthaufen, kleine Gebüschgruppen oder Brachestreifen bieten Nist- und Überwinterungsorte sowie geschützte Rückzugsräume innerhalb intensiv genutzter Agrarlandschaften. Davon profitieren insbesondere Kleinsäugetiere wie Wiesel und Igel, aber auch Vögel, Amphibien, Reptilien und Insekten, die auf solche Lebensräume angewiesen sind.

Fazit:

Das Projekt zeigt, wie durch gezielte und nachhaltige Maßnahmen wertvolle Lebensräume geschaffen werden können. Die Integration der Schulklasse und der öffentlichen Workshops trägt zudem zur Sensibilisierung und Umweltbildung bei, wodurch langfristig das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge gestärkt wird.

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Ilinka Siegrist
Co-Standortleiterin Basel