Pflegerische Naturschutzweide, Eichberg, Bauma, 2025

In Zusammenarbeit mit Pro Natura Zürich konnte die SWO beim Aufbau einer pflegerischen Naturschutzweide im Kanton Zürich ihren Beitrag leisten. Sie übernimmt dabei die Funktion als Weidekoordinatorin und ist für den Auf- und Abbau des Zaunes zuständig.

Frühere Waldnutzungen, wie zum Beispiel Waldweiden, führten zu lichten Wäldern, die licht- und wärmeliebenden Arten wie Tagfalter und Orchideen Lebensraum boten. Im letzten Jahrhundert verschwand diese Form der nachteiligen Waldnutzung weitgehend. Die Wälder verdichteten sich wieder und die offenen Strukturen gingen verloren. Als Folge ging auch die Artenvielfalt zurück.

Dank einer forstrechtlichen Bewilligung konnte im Eichberg das vorliegende Projekt umgesetzt werden. Die Bewilligung ist bis 2035 befristet und an Auflagen gebunden.

Die pflegerische Naturschutzweide trägt heute dazu bei, lichte Wälder zu erhalten. In einigen Kantonen der Schweiz zeigen ähnliche Projekte bereits positive Ergebnisse. Die durch die Tiere entstehenden natürlichen Strukturen wie Trittstellen, Lagerplätze, Verbiss, Mahd, offene Bodenstellen oder Altgrasbüschel sind kleinräumig und unregelmässig verteilt. Dadurch entsteht ein vielfältiges Mosaik verschiedener Lebensräume, das sich von Flächen mit gezieltem menschlichen Maschineneinsatz deutlich unterscheidet.

Die Pflege mit Maschinen im steilen Gelände erfordert spezielle Ausbildungen und kann für die Arbeitenden gefährlich sein. Für die vierbeinigen Landschaftspflegerinnen hingegen sind steile Hänge leicht zu bewältigen.

Im nordwestlich ausgerichteten Wald von Pro Natura Zürich wurde die pflegerische Naturschutzweide auf rund 1 ha eingerichtet. Gemäss dem Aktionsplan des Kantons Zürich für lichte Wälder sind die vorherrschenden Waldgesellschaften dafür geeignet. Die Beweidung erfolgt mit Ziegen, welche während jeweils fünf Wochen im Frühjahr und Herbst die Fläche bestossen und so die zuvor vom Forst aufgelichtete Fläche offen halten. Der Tierhalter kontrolliert dabei das Tierwohl täglich.

Der Zaun wird jeweils kurz vor der Beweidung aufgebaut und danach sofort wieder abgebaut, um die Einschränkungen für das Wild so gering wie möglich zu halten. Lediglich die Holzpfähle verbleiben im Gebiet.

Aufgrund der Präsenz von Grossraubtieren wurde der Zaun gemäss den aktuellen Herdenschutzmassnahmen konzipiert. Er besteht aus vier Litzen und einem Band in blau-weiss. Die unterste Litze liegt maximal 20 cm über dem Boden. Am Band sind in regelmässigen Abständen Flatterbänder in blau-weiss befestigt, die der besseren Sichtbarkeit dienen. Der Viehhüter versorgt die Anlage mit etwa 7000 V, niemals weniger als 4000 V.

Auf Basis von Erfahrungen aus dem Aargau wird erwartet, dass sich innerhalb von fünf bis sechs Jahren bei der Flora eine stabile, typische Artengemeinschaft entwickelt. Die Erfolgskontrolle des Projekts erfolgt durch die Fachstelle Naturschutz.

Links vor der Beweidung, rechts nach der Beweidung.
Links vor der Beweidung, rechts nach der Beweidung.
Links vor der Beweidung, rechts nach der Beweidung.

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Jannik Stieger
Projekt- und Einsatzleiter Zivildienst