Gehölze

CHF 45.00

Die fortschreitende Fragmentierung der Kulturlandschaften führt zu einer fatalen Isolation der verbleibenden Lebensräume für heimische Pflanzen- und Tierarten. Ein reduzierter oder sogar komplett ausbleibender Genfluss zwischen den einzelnen Populationen trennt die noch intakten Lebensräume und erhöht dadurch zusätzlich die Aussterbewahrscheinlichkeiten.
Davon betroffen sind heute überall die besonders bedrohten Arten seltener Biotope mit spezifischen Umwelt- oder Nahrungsansprüchen.

Die entscheidende Grundlage für den langfristigen Erhalt der Biodiversität ist deshalb eine grossräumige Vernetzung von Lebensräumen durch ungestörte Grünkorridore. Jede Gemeinde trägt die Verantwortung, diese Vernetzungen umzusetzen und zu erhalten und somit den Tier- und Pflanzenarten ihre Verbreitung und Wanderung zu gewähren. Eine solche Ausbreitung und sichere Etablierung der biodiversitätsfördernden Vernetzung gelingt wesentlich erfolgreicher in Landschaften, in denen sich Offenland mit Gehölzlebensräumen vielseitig verzahnen oder überlappen.
Doch exakt diese wertvolle Strukturvielfalt steht im Gegensatz zur heutigen, üblichen Methode der Siedlungs- und Kulturflächengestaltung. Seit der ­Mechanisierung der Produktionsprozesse in der Landwirtschaft und der naturentfremdenden Gestaltung unserer Siedlungsräume sind  rechtwinklige und strenge Aufteilungen der Landschaft die üblichen, eingespielten ­Vorgaben. Deren Einhaltung scheint erfolgversprechend zu sein und sie gelten irrtümlicherweise als Vorbilder für nachfolgende Generationen.

Ein allseits bewährter Lösungsansatz ist das generelle Konzept von halb offenen Verbundkorridoren ohne Fragmentierung durch Strassen: Wald-Offenland-Übergänge parallel zu Biotoptypen, die sich aus traditionellen Landnutzungsformen entwickelt haben und ebenfalls einen halboffenen Charakter aufweisen. Eine nach solchen Mustern vernetzte Landschaft besteht aus unterschiedlichsten Elementen wie z.B. lichte Wälder, Hutewälder, stufig genutzte Waldränder, ­Wacholder­heiden, gehölzbestandene Pferde- und Viehweiden, vielfältige Heckenformen, Hochstamm-Obstgärten, Bio-Reben und extensive Ackerbau-, Brache- und Ruderalflächen. Jedoch müssen für sehr anspruchsvolle und zugleich ausbreitungsschwache Arten spezifische Massnahmen individuell getroffen werden. Gesamtheitlich ist dabei die Landschaftsdiversität mit ihren stets unterschiedlichen geologischen und ­klimatischen Ausgangsbedingungen zu beachten.
Mit jeder zusätzlichen Schaffung eines Verbundkorridors können wir jedenfalls auch die Etablierung eines regionalübergreifenden Biotopverbundes unterstützen. Die vorliegende Broschüre soll uns diese Gesamtziele und deren weitreichende Bedeutungen vor Augen führen und mittels Erklärungen und Anleitungen nachhaltige Erfolgsrezepte und Vorbilder für folgende Generationen näher bringen.