Im Oktober fanden am Standort Basel vielfältige Pflegearbeiten gemeinsam mit Zivildienstleistenden statt. Unter den verschiedenen Einsätzen befand sich auch die Pflege einer idyllischen Waldlichtung mit zwei kleinen Teichen in der Ermitage in Arlesheim, die wir von Brombeeren, Schilf und aufkommenden Gehölzen befreiten. Damit wirken wir der fortschreitenden Verbuschung entgegen – denn ohne regelmässige Pflege würden die Teiche nach und nach zuwachsen, bis der Wald die Lichtung wieder vollständig zurückerobert hätte.
Solche offenen, sonnigen Bereiche im Wald sind jedoch wertvolle Lebensräume: Hier finden licht- und wärmeliebende Insekten, Amphibien und Reptilien ideale Bedingungen. Ein schönes Beispiel dafür ist die abgebildete Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), eine häufig anzutreffende Grosslibelle, die offene Lichtungen für die Jagd auf andere Insekten braucht. Im Gegensatz zu selteneren Verwandten wie der Herbst-Mosaikjungfer kommt sie zwar auch an schattigeren Stellen vor, ist aber dennoch auf offene Standorte und kleine Gewässer angewiesen, um erfolgreich zu jagen und sich fortzupflanzen.
Nach dem Schlüpfen verbringen Blaugrüne Mosaikjungfern ihre Reifungszeit oft fernab vom Wasser. Auch später sind sie häufig an Waldrändern, in Pärken und Gärten anzutreffen – manchmal sogar in der Dämmerung, wenn sie entlang von Schneisen auf Beutezug gehen. Durch ihre Nähe zum Menschen eignet sie sich hervorragend für umweltbildnerische Zwecke: Wichtige Etappen ihres Lebens – Schlupf, Jagd, Paarung, Eiablage oder auch die Gefahren durch jagende Hauskatzen – lassen sich gut beobachten und anschaulich vermitteln.
Pflegearbeiten wie diese sind entscheidend für den Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft. Gleichzeitig bieten sie den Zivildienstleistenden wertvolle Einblicke in den praktischen Naturschutz: Zwischen körperlich fordernder Arbeit erleben sie immer wieder lehrreiche und faszinierende Momente in der Natur.
Forstarbeiten auf der Lichtung.Die Blaugrüne Moosjungfer aus der Nähe.