Waldrandaufwertung, Sonnenberg, Oberembrach

Der Waldrand befindet sich am Sonnenberg, in Oberembrach. Er fällt somit ins Landschaftsförderungsgebiet 9 Kloten–Bassersdorf–Oberembrach und ist durch wichtige Lebensräume für den Naturschutz und die Förderung der Biodiversität geprägt. Der Waldrand ist südlich bis östlich ausgerichtet. Auf der westlichen Seite grenzt der Bestand an einen Waldstandort von naturkundlicher Bedeutung, mit besonders seltenen Tieren und Pflanzen (B2). Laut dem Waldentwicklungsplan des Kantons Zürich 2010 ist der Waldrand für eine Aufwertung geeignet (B6).
Dank des persönlichen Engagements des Eigentümers weist der Waldrand am Sonnenberg bereits eine gewisse Artenvielfalt und sowohl einen Strauchgürtel als auch einen Krautsaum auf. Die nähere Umgebung bietet viele verschiedene Strukturen wie: Fliessgewässer, Hochstammobstanlage, angrenzende trockene extensiv Magerwiesen, Hecken- und Saumstrukturen. Somit bildet die Landschaft ein vielfältiges Lebensraummosaik und hat großes Vernetzungspotenzial.
Ein gestufter und gebuchteter Waldrand bietet wertvollen Lebensraum für viele Insekten (z.B. Grosses Glühwürmchen, Pflaumenzipfelfalter, Wildbienen usw.), Vögel, Kleinsäuger, Pilze und Pflanzen und ist als Vernetzungselement von großer Bedeutung. Darüber hinaus schützt ein gestufter Waldrand den Bestand bei Sturmereignissen, indem er die Bildung von Turbulenzen im Bestand durch das Aufgleiten der Strömung über den langsam aufsteigenden Waldrand verhindert.
Eine starke Verzahnung von Offenland und Wald trägt zu einem vielfältigen Landschaftsbild bei, welches von Spaziergänger*innen als solches wahrgenommen wird.

Als konkretes Ziel gilt in erster Linie die Förderung der biologischen Artenvielfalt, bedingt durch erhöhten Licht- und Wärmeeinfall und größerem Strukturreichtum. Insbesondere wurde gemeinsam mit dem Verein Schmetterlingsförderung vom Kanton ZH durch spezifische Massnahmen, bspw. die Förderung bestimmter Straucharten, ein Förderungsgebiet für den Pflaumen-Zipfelfalter geschaffen. Spezifisch aufgewertete Waldränder bieten einen wertvollen Lebensraum für diese seltene Art und können einen Beitrag dazu leisten, ihren Bestand zu sichern.

Der Ersteingriff wurde durch den Forstbetrieb im Herbst 2023 ausgeführt. Dabei wurde der Bestand in der Baumschicht sowie der Strauchschicht deutlich ausgelichtet. Es wurden hauptsächlich zwei ca. 15-20 Meter tiefe Buchten in die prioritären Flächen geschlagen und wertvolle Baum- und Straucharten wie Schwarzdorn, Holunder, Wolliger und Gemeiner Schneeball, Weide, Kreuzdorn und Kirsche gefördert. Das Ziel ist ein aufgelockerter, fließender Übergang von Wiese zu Strauch- und Waldfläche. Um stehendes Totholz zu fördern, wurde anstatt den Baum zu fällen, die Krone auf 4 Metern Höhe gekappt.

Anschließend hat die SWO gemeinsam mit den Zivildienstleistenden die anfallende Schlagräumung übernommen. Besonderer Fokus lag hier auf der Schaffung von Lebensräumen für den Pflaumen-Zipfelfalter, welcher in seinen verschiedenen Lebensstadien sowohl Schwarzdorn als Liguster benötigt.
Mit dem anfallenden Holzmaterial wurden Kleinstrukturen geschaffen und liegendes Totholz gefördert.
In den Folgejahren ist eine Nachpflege unerlässlich. Waldrandpflege ist eine Daueraufgabe und lohnt sich nur, wenn der fließende Übergang von Wald zu Offenland erhalten werden kann. Dabei werden Problemarten entfernt, schnellwüchsige Arten zurückgeschnitten und wertvolle Sträucher freigestellt.
Zu Beginn wird die Folgepflege durch die SWO im Rahmen von Projekteinsätzen mit Zivildienstleistenden sichergestellt. Geplant ist eine komplette Übergabe der Pflegearbeiten an den WWF Zürich, welche bereits anfangs durch Freiwilligeneinsätze unterstützten wird.

Benjeshecke als Kleinstruktur

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Jannik Stieger
Projekt- und Einsatzleiter Zivildienst